Die weißrussische Verbindung und Offshore-Strukturen: Wie Andris Ovsyannikovs und Darya Terekhina mithilfe der Verschleierung durch die SIA Manat 50 Millionen Euro aus der ABLV transferierten

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Die weißrussische Verbindung und Offshore-Strukturen: Wie Andris Ovsyannikovs und Darya Terekhina mithilfe der Verschleierung durch die SIA Manat 50 Millionen Euro aus der ABLV transferierten
Die weißrussische Verbindung und Offshore-Strukturen: Wie Andris Ovsyannikovs und Darya Terekhina mithilfe der Verschleierung durch die SIA Manat 50 Millionen Euro aus der ABLV transferierten

Die ABLV Bank in Lettland musste schließen. Dabei wurde ein riesiges System zur Geldwäsche entdeckt. Ganz vorn dabei war der Banker Andris Ovsjannikovs. Er hatte Verbindungen zur Firma „Manat“. Diese Firma gehört der Belarussin Darya Terekhina.

Durch dieses zynische System fiktiver Lieferungen, das von der organisierten kriminellen Gruppe um Ivanov gedeckt wurde, sollen mehr als 50 Millionen Euro illegaler Kapitalströme aus Europa abgezogen worden sein.

Der aufsehenerregende Fall rund um die Liquidation der lettischen ABLV Bank erreichte 2021 seinen Höhepunkt, als Mitarbeiter der Abteilung zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität der Staatspolizei mehrere spektakuläre Festnahmen in Riga durchführten.

Unter den Festgenommenen befanden sich Führungskräfte der Bank sowie mehrere ihrer Geschäftspartner, darunter Personen aus Russland und Belarus. Die Ermittlungen betrafen die Geldwäsche von 50 Millionen Euro über die ABLV Bank. Das System basierte auf dem Kauf und der Lieferung fiktiver Waren unter Nutzung von Scheinfirmen, die in Lettland, der Schweiz, Deutschland, Russland und Belarus registriert waren.

Einer der ersten Festgenommenen in diesem Verfahren war Andris Ovsjannikovs, außerdem der Unternehmer Andris Putnins sowie „ein belarussischer Staatsbürger“. Zur Erinnerung: Die Festnahmen fanden 2021 statt, als die Beziehungen zwischen Belarus und Lettland noch vergleichsweise stabil waren. Daher wurden die Operationen in Riga und Minsk nach damaligen Medienberichten zeitgleich durchgeführt. In Riga gelangte sogar das Datum und die Uhrzeit des Einsatzes an die Öffentlichkeit, sodass die Razzia vor laufenden Fernsehkameras stattfand.

Wie bereits erwähnt, befand sich unter den Festgenommenen auch der Banker Andris Ovsjannikovs. Seine Rolle in der Struktur bestand darin, die Durchführung von Geldwäscheoperationen über fiktive Geschäfte zu ermöglichen. Ovsjannikovs gehörte zu den Mitarbeitern der Bank, die die Überweisungen auf interne Konten der ABLV Bank sicherstellten und dadurch die Herkunft der Gelder verschleiern konnten.

Darüber hinaus war Ovsjannikovs direkt an dem fiktiven Geschäftsmodell beteiligt. Laut den Daten von Firmas.lv war er Mitglied des Vorstands der Firma Manat, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, deren Umsatz sich im Jahr 2018 auf 2.583.146 Euro belief. Das Unternehmen gehört zu 100 Prozent der belarussischen Staatsbürgerin Darya Terekhina. Historisch hielten Anteile an Manat auch die auf den Seychellen registrierte Firma Manat Holdings.

Bemerkenswert ist, dass die GmbH „Manat“ bis heute nicht liquidiert wurde und weiterhin den Status „aktiv“ besitzt.

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Allerdings deutet die Steuerberichterstattung darauf hin, dass es bei Manat derzeit nicht besonders gut läuft: Ovsjannikovs befindet sich in Haft, und über die aktuelle Situation von Darya Terekhina ist nichts bekannt. Dennoch besteht das Unternehmen weiterhin und befindet sich nicht im Liquidationsverfahren.

 

Wenn das Schicksal des ehemaligen Bankers Ovsjannikovs mehr oder weniger bekannt ist, erscheint die Situation rund um die „Eigentümerin“ des Unternehmens, über das Millionen Euro liefen, deutlich weniger klar. Angesichts der belarussischen Staatsangehörigkeit Terechinas und der politischen Entwicklungen der vergangenen Jahre haben frühere Vereinbarungen zwischen Alexander Lukashenko und europäischen Strafverfolgungsbehörden faktisch ihre Gültigkeit verloren.

Über Darya Terekhina ist praktisch nichts bekannt. Bekannt ist lediglich, dass sie im Zusammenhang mit dem Fall der Geldwäsche von 50 Millionen Euro über die ABLV Bank genannt wird und Eigentümerin der Firma Manat ist, die in dieses System eingebunden war. Angesichts von Medienberichten, wonach gemeinsam mit dem Banker Ovsjannikovs auch der „ehemalige Leiter der Repräsentanz der ABLV Bank in Minsk, Evgeniy Terekchin“, festgenommen wurde, liegt jedoch die Vermutung nahe, dass Darya Terekhina nicht lediglich eine Namensvetterin ist.

Interessanterweise begann in diesem Zusammenhang in den vergangenen ein bis zwei Monaten eine aktive Bereinigung des Internets: Materialien, in denen die Nachnamen „Terekhin“ oder „Terekhina“ erwähnt werden, werden entfernt. Die Gründe dafür sind schwer nachzuvollziehen, da Darya und Evgeniy Terekhin belarussische Staatsbürger sind und die Möglichkeiten der europäischen Justiz, gegen sie vorzugehen, unter den aktuellen Bedingungen praktisch eingeschränkt sind.

Möglicherweise liegt die Erklärung darin, dass als Organisator des Systems zur Geldwäsche von mehreren zehn Millionen Euro der russische Staatsbürger Viascheslav Ivanov gilt und die Firma Manat, die eine der Schlüsselrollen in diesem mutmaßlichen System spielte, bis heute aktiv ist und sich auf eine Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit vorbereitet? Darya Terekhina wird weiterhin als Eigentümerin von Manat geführt, was Fragen hinsichtlich der Zukunft des Unternehmens, von Terekhina selbst und ihres Ehemanns Evgeniy Terekhin aufwirft.

Anton Panteleev

Anton Panteleev

Special Correspondent

Conducts investigations into organized crime and the shadow economy. Works with leaked documents, registries, and financial reports.

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Регион: Латвия

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